Kurzinformation

Damit Flüchtlinge zu Nachbarn werden:
Nassauische Heimstätte/NH ProjektStadt richtet Koordinierungsstelle ein

Eine der größten Herausforderungen, denen Kommunen derzeit gegenüberstehen, ist die Unterbringung einer steigenden Zahl von Menschen, die in Deutschland um Asyl bitten. Vor diesem Hintergrund hat die Unternehmensgruppe im Kompetenzcenter Integrierte Stadtentwicklung die Koordinierungsstelle Integrierte Flüchtlingsansiedlung eingerichtet. Sie soll Städte und Gemeinden bei der Bereitsstellung geeigneter Unterkünfte unterstützen.

Dass die deutschen Kommunen vor großen Herausforderungen stehen, zeigt der Blick auf die Statistik: 2014 stellten 173.072 Personen einen Erstantrag auf Asyl, das entspricht einer Zunahme von gut 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Städte und Gemeinden, die die Flüchtlinge nach einem prozentualen Schlüssel entsprechend ihrer Einwohnerzahl zugeteilt bekommen, müssen nun kurzfristig für eine angemessene und zugleich finanzierbare Unterbringung sorgen. Vor diesem Hintergrund hat die Unternehmensgruppe unter dem Dach der NH ProjektStadt am 1. Januar 2015 die Koordinierungsstelle Integrierte Flüchtlingsansiedlung eingerichtet. Sie ist dem Kompetenzcenter Integrierte Stadtentwicklung zugeordnet und soll mehrere Pilotstandorte bei der Entwicklung tragfähiger Lösungen zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen unterstützen.

 

Vorhandene Kapazitäten erfassen und prüfen

Die Koordinierungsstelle Integrierte Flüchtlingsansiedlung setzt mit ihrer Expertise dort an, wo Asylsuchende von den zentralen Aufnahmeeinrichtungen der Länder in die Obhut von Städten und Gemeinden überwiesen werden. Je nach Situation der Betroffenen kann die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft, kleineren dezentralen Einheiten oder Einrichtungen für Personen mit besonderen Schutzbedürfnissen erfolgen. Das Kompetenzcenter verfolgt dabei eine zweigeteilte Strategie: Einerseits geht es darum, vorhandene Unterbringungsmöglichkeiten in öffentlichen Einrichtungen ebenso wie privaten Mietobjekten zu erfassen und auf ihre Eignung hin zu prüfen. Klar ist aber auch: Städte und Gemeinden werden die Aufnahme von Flüchtlingen nicht bewältigen können, ohne zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Hier kann die Unternehmensgruppe mit ihrer baulichen Expertise und dem Wissen um die komplexen Wechselwirkungen in der Quartiersentwicklung konkrete Hilfestellung geben.

 

Bürger und Institutionen einbinden

Dass die Integration von Flüchtlingen eine Aufgabe ist, die die verschiedenen Akteure einer Stadt oder Gemeinde nur gemeinsam bewältigen können, daran besteht kein Zweifel. Wie eine Flüchtlingsunterkunft von der Nachbarschaft aufgenommen wird, das hängt auch in hohem Maße von der begleitenden Kommunikation ab.

Das Zauberwort lautet hier: Sozialer Friede im Quartier und damit Sozialer Friede in der Gesellschaft. Dafür brauchen wir abgestimmte Planungsprozesse mit der Nachbarschaft, aber vor allem auch ein baukulturelles Niveau, das den städtebaulichen Anspruch einer Stadt und eines Quartiers nicht ins Wanken bringt.